Fibromyalgie
Die Fibromyalgie ist eine chronische unheilbare
Erkrankung, die
die Betroffenen äußerst stark belasten kann. Das Wort setzt sich aus den drei griechischen Begriffen „fibra“, „mys“ und „algos“ zusammen, die für Faser, Muskel und Schmerz stehen. Fibromyalgie-Patienten leiden also an wiederkehrenden Schmerzen der Muskeln und Bänder, vor allem im Bereich von Gelenken. Hinzu kommen Beschwerden wie beispielsweise Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Morgensteifigkeit, Schlafstörungen sowie psychische Probleme.
Besonders schwierig für die Patienten ist, dass über die Erkrankung bislang leider nur wenig bekannt ist. Zwar leiden bis zu 3 % der deutschen Bevölkerung an der Krankheit, jedoch sind die zugrunde liegenden Mechanismen nicht geklärt. Während früher viele Patienten als Simulanten galten oder die Fibromyalgie als körperliche Manifestation einer Depression galt, wird heute vermutet, dass die zentrale Verarbeitung von Schmerzen oder die peripheren Nerven selbst verändert sind. Dadurch soll die Schmerzschwelle der Patienten herabgesetzt sein, weshalb schon leichte Berührungen an den so genannten Tender-Points Schmerzen erzeugen.
Fibromyalgie-Patienten haben nicht selten viele Jahre mit ihren Beschwerden zu kämpfen, bevor sie überhaupt eine Diagnose erhalten. Da die Symptome breit gefächert und in jedem Fall unterschiedlich sind und auch die Ursachen nicht wirklich bekannt sind, fällt es auch Ärzten schwer, die Diagnose zu stellen. Es handelt sich bei der Fibromyalgie um eine Ausschlussdiagnose, was bedeutet, dass erst alle anderen Krankheiten mit ähnlichen Beschwerden – wie beispielsweise die rheumatoide Arthritis – ausgeschlossen werden müssen. Daher durchlaufen die Patienten Blutuntersuchungen auf Rheumafaktoren und auch viele bildgebende Verfahren, die allerdings alle negativ ausfallen. Einen gezielten Test für Fibromyalgie gibt es noch nicht.
Therapie der Fibromyalgie
Da die Ursache der Fibromyalgie nicht bekannt ist, kann sich die Therapie der Erkrankung nur auf die Symptome konzentrieren. Daher ist die Fibromyalgie bis heute nicht heilbar. Belastend für die Patienten ist weiterhin, dass das Hauptsymptom der Erkrankung, die Schmerzen, schlecht in den Griff zu bekommen ist. Die meisten gängigen Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol wirken schlecht oder sogar gar nicht. Bis auf wenige Ausnahmen wie das Medikament Tramadol wird daher vor allem auf Bewegungs- und physikalische Therapie gesetzt.
Bei vielen Patienten wurde ein Besserung der Symptome beschrieben, wenn sie sich 2-3 mal die Woche etwa 30 Minuten leicht körperliche trainieren. Ausdauertraining, Schwimmen und Wandern sind Sportarten, die den Patienten empfohlen werden.
Die physikalische Therapie versucht hingegen, mit Wärmebehandlungen und medizinischen Bädern die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen.
Interessant ist außerdem, dass bei einigen Patienten eine Umstellung auf vegane Ernährung eine deutliche Linderung der Symptome erzielte. Allerdings gibt es bisher kaum Studien, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Ernährung und den Symptomen beschreibt.
Da die Fibromyalgie aufgrund ihrer schweren Greifbarkeit im Bezug auf die Diagnose und die Therapie sehr belastend für Patienten ist, ist oft auch eine Psychotherapie notwendig. Die Patienten lernen hier einerseits, besser mit der Krankheit umgehen zu könne und erhalten andererseits antidepressive Medikamente.
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