Vom Mahnmal zur Touristenattraktion
Anonym 70142 , vor 15 Jahren
Es stimmt, die DDR-Regierung hatte bis zur Wende nicht die Absicht, die Frauenkirche wieder aufzubauen. Sie war von vorherein als Mahnmal für das zerstörte alte Dresden gedacht, das amerikanischer Bomber im zweiten Weltkrieg mit Napalm beworfen hatten. Der Postplatz kündet heute noch von den Leichenbergen, die hier verbrannt werden mußten. Allerdings wurden der Wiederaufbau bzw. die Restauration der Semperoper, des Italienischen Dörfchens und des Dresdner Schlosses bereits in den 80er Jahren begonnen. Als Journalist konnte ich miterleben, wie die Frauenkirche zuerst, angelehnt an alte Filme, als 3D-Vision wieder neu erstand, und man sich mit dieser Attraktion bereits eine Einnahmequelle für den Wiederaufbau erschlossen hatte. Die 3D-Darstellung der Frauenkirche, in der der Besucher sich selbst darin bewegen konnte, war, gemessen an der Zeit - Anfang der 90er Jahre - ein großer Fortschritt. Mit sehr viel Marketing und Merchandising wurde der Aufbau der Frauenkirche auch rasch vorangetrieben und es konnten Spender für dieses Projekt gewonnen werden.