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Neuigkeiten

Dirigent wird zehn Hochkarätiges Solo-Konzert mit Franka Behrendt und Westfalen Winds

19.02.2016

Schmallenberg - Am 20. März 2016 um 15 Uhr feiert „Westfalen Winds“ im Musikbildungszentrum Südwestfalen in Bad Fredeburg das zehnjährige Dirigentenjubiläum seines künstlerischen Leiters Ulrich Schmidt. Zu diesem Anlass konnte „Westfalen Winds“ Franka Behrendt vom Stabsmusikkorps der Bundeswehr aus Berlin als Solistin für ein besonderes Solo-Konzert gewinnen!

Für „Westfalen Winds“ hat das Frühjahrsprojekt 2016 bereits vor einer Woche begonnen. Organisatoren und Musiker sind sehr gespannt und voller Erwartungen auf das anspruchsvolle und zugleich unterhaltsame Programm für das Jubiläumskonzert zu Ehren ihres Dirigenten Ulrich Schmidt, der nun auf zehn erfolgreiche Jahre als künstlerischer Leiter zurückblicken kann.
„Wir haben großes Glück, dass wir mit Franka Behrendt als Solistin unserem Dirigenten ein außergewöhnliches Konzert anlässlich seines Jubiläums bereiten können“, so Martin Fuchs, 1. Vorsitzender und Bassposaunist von „Westfalen Winds“. „Damit sind wir nicht nur in der Lage, ein besonderes Jubiläumskonzert aus der „KlangKaffee“-Reihe zu spielen, sondern vor allem auch unseren Zuhörern wieder einmal eine erstklassige Solistin zu präsentieren!“, freut sich der Lüdenscheider, der selbst schon seit mehr als zehn Jahren im westfälischen Orchester mitwirkt.

Westfalen Winds, ein einzigartiges Orchesterkonzept

„Westfalen Winds“ ist ein sinfonisches Blasorchester der Höchststufe, das sich aus ca. 70 ambitionierten Amateuren, Musikstudenten und professionellen Musikern zusammensetzt. Die Musiker kommen mittlerweile aus ganz Deutschland zusammen, um das einzigartige Orchesterkonzept „Westfalen Winds“ zu formen. Der Klangkörper sieht seinen künstlerischen Anspruch vorrangig darin, die sinfonische Blasmusik durch Interpretation von Originalkompositionen und Initiierungen neuer Kompositionen sowie mithilfe von Gastspielen internationaler Solisten weiter zu entwickeln. Darüber hinaus unternimmt das Orchester regelmäßig nationale wie internationale Konzertreisen und nimmt äußerst erfolgreich an Wertungsspielen wie z.B. dem „Flicorno d’Oro“ in Riva del Garda oder dem „World Music Contest“ in Kerkrade teil. 2015 initiierte das Orchester mit Unterstützung des Goethe-Instituts und dem Auswärtigen Amt einen deutsch-japanischen Kulturaustausch und unternahm als musikalischer Botschafter eine knapp zwei Wochen lange Konzerttournee in Japan.

Buffoneske Magie, kammermusikalische Präzision und melodramatischer Film

Am 20.03.2016 erwartet die Zuhörer ein facettenreiches und unterhaltsames Konzerterlebnis in Bad Fredeburg. Das Programm beinhaltet eine Mischung aus buffonesker Magie, kammermusikalischer Präzision und melodramatischem Film. Unter anderem gibt es ein Wiederhören mit David Gillinghams „Concertino for Four Percussion and Wind Ensemble“ sowie Ernst Tochs „‘Spiel‘ für Blasorchester“. Daneben steht Thomas Doss‘ „Magic Ouverture“ und das monumentale Werk „Il Cantico“ von Oliver Waespi auf dem Programm, das eigens für die WASBE-Konferenz 2005 in Singapur geschrieben wurde. Als besonderer Höhenpunkt wird Cécile Chaminades „Concertino for Flute“ von Franka Behrendt interpretiert.

Westfalen Winds international

Auf die Frage, wie die weiteren musikalischen Aktivitäten von „Westfalen Winds“ aussehen werden, antwortet Fuchs verschmitzt: „Bemerkenswert!“ Zum Herbst 2016 soll noch nicht viel verraten werden, „aber man kann sich sicherlich auf ein, zwei ganz besondere Konzerte im südlichen Ruhrgebiet freuen“, lässt Fuchs durchblicken.
Im Frühjahr 2017 wird zunächst der deutsch-japanische Kulturaustausch von 2015 als japanisch-deutscher Kulturaustausch weiter ausgebaut. „Dazu empfangen wir unser Partnerorchester aus Japan, die „Omiya Wind Symphony“, mit dem bedeutenden Dirigenten Toshio Akiyama im Raum Köln/Düsseldorf“, strahlt Fuchs. Im Sommer 2017 wird „Westfalen Winds“ dann zum zweiten Mal am WMC in der ersten Konzertdivision für Harmonieorchester in Kerkrade teilnehmen.

Weitere Informationen auf www.westfalen-winds.de und www.facebook.com/westfalenwinds

Berichte/Artikel

„Westfalen Winds“ auf Konzerttournee in Japan

19.02.2016

Saitama, Japan - Das sinfonische Projektblasorchester „Westfalen Winds“ initiierte ersten Teil des Internationalen Kulturaustauschs zwischen Deutschland und Japan und fuhr auf eine knapp zwei Wochen lange Konzerttournee nach Japan.


Nach langer Planung und intensiver Vorbereitung war es am 28.03.2015 soweit: Das ca. 70 Musiker zählende sinfonische Projektblasorchester „Westfalen Winds“ machte sich unter der hochrenommierten Leitung von Ulrich Schmidt vom Düsseldorfer Flughafen auf, eine für die Meisten ganz und gar neue Welt musikalisch sowie menschlich zu erkunden und den ersten Teil des Internationalen Kulturaustauschs zwischen Deutschland und Japan in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt und dem Goethe-Institut zu beginnen.

Nebst vielfältigen Erwartungen und immenser Vorfreude fanden sich im Gepäck u.a. Werke von Rolf Rudin, Thiemo Kraas und Felix Mendelssohn Bartholdy. Zwei japanische Werke von Bin Kaneda und Hiroshi Ohguri fügten sich als musikalische Verbeugung vor der japanischen Kultur stimmig in das Repertoire ein, das Tradition und Moderne, Ernst und Augenzwinkern, scheinbar ganz selbstverständlich miteinander verband. Ein Spagat, den auch die japanische Kultur wie kaum eine andere zu meistern versteht. Ziel des kulturellen Austauschs war, über deutsche Originalkompositionen für sinfonisches Blasorchester der japanischen Kultur Deutschland ein Stück weit mehr näher zu bringen, was überwältigenden Erfolg hatte.

Der Ankunft im Hotel in Kazo, einem Vorort von Saitama, in den frühen Morgenstunden folgte am Nachmittag die erste Probe im Probensaal der Fudooka High School, sowie erstmaliger Kontakt mit echter japanischer Mensakost. Eine vorsichtige Annäherung an fernöstliche Gepflogenheiten war zuvor bereits durch die bereitgestellten Hausschuhe erfolgt, die überall im Haus getragen werden mussten und in Einheitsgröße für den einen oder anderen Mitteleuropäer kleine Herausforderungen mit sich brachten. Außerdem erfuhren zumindest einige, die zuvor den Weg nach Tokio gefunden hatten, dass zum einen Hilfsbereitschaft in Japan mehr als groß geschrieben wird, und zum anderen auch die für ihre Pünktlichkeit viel gerühmten japanischen Züge und U-Bahnen dem gleichen Spiel von unliebsamen Ereignissen und Umständen unterworfen sein können wie die heimischen Bahnanlagen.

In dem Bestreben ein breites Spektrum deutscher und japanischer Kultur auszutauschen, folgten in den nächsten Tagen der Konzertreise neben intensiver Probenarbeit ausgedehnte kulturelle Ausflüge, unter anderem in die nahe gelegene Landeshauptstadt. Nach Besichtigung des imposanten Senso-ji Tempels und Asakusa-Schreins war es den Musikern vergönnt, die Weltmetropole Tokio aus über 300 Metern Höhe von der Aussichtsplattform des gigantischen Skytree Tower zu überblicken und später vom Boden aus zu erkunden. Bei ausnehmend gutem Wetter lockten unter anderem der Ueno-Park und der Kaiserpalast sowie die Viertel Ginza und natürlich Shibuya. Selbstverständlich hat auch das japanische Hinterland mit dem malerisch gelegenen Chuzenji-See und den naheliegenden Kegon-Fällen nahe der Stadt Nikko einiges zu bieten. Keine Angst vor Treppen und Stolperfallen durfte man bei der Begehung der nicht nur für die drei ikonischen Affen berühmten, geradezu Ehrfurcht gebietenden Toshu-Gu Schreinanlage haben, die zu Recht den Titel UNESCO-Welterbe trägt.

Jedem Musiker wird aber wohl die Begegnung mit dem Fudooka-Highschool-Orchester, dem „Fudooka Wind Orchestra“, besonders in Erinnerung bleiben. Unsere Gastgeber in Kazo wussten durch professionelles, außerordentlich musikalisches Spiel und einer mitreißende und voll choreographierten Show zu begeistern. Dabei verblüfften sie die Musiker von „Westfalen Winds“ mit höchster Qualität in den Bereichen Intonation und Zusammenspiel, die so nur von Höchststufenorchestern dargeboten wird, und das mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 15 Jahren. 

„Westfalen Winds“ veranstaltete während der Konzerttournee verschiedene musikpädagogische Workshops mit Schülern der High-School, um auch im soziokulturellen Bereich seiner Verantwortung als Ausnahmeorchester gerecht zu werden und neue Impulse in der Ausbildung junger ambitionierter und talentierter Musiker vermitteln zu können. Die Kurse wurden mit begeisternder Freude und großer Herzlichkeit von den japanischen Schülern aufgenommen, als für jedes Instrument die Workshops begannen. Zum Abschluss wurde Thiemo Kraas‘ „Traum Maschine“ als musikalischer Gegenstand des Workshops von einem für den Moment 150 Personen starken Orchester zum Besten gegeben.

Ein weiterer musikalischer Meilenstein des Kulturaustauschs war das Kooperationskonzert „Joint Concert 2015“ in grandioser Konzertatmosphäre vor knapp 1000 Zuhörern in der Omiya Citizen Hall in Saitama, das eigens für „Westfalen Winds“ veranstaltet wurde und nun jährlich mit verschiedenen internationalen Blasorchestern wiederholt werden soll. Kooperationspartner war das Spitzenensemble die „Omiya Wind Symphony“, dirigiert von Toshio Akiyama, seines Zeichens vielleicht renommiertester japanischer Blasorchesterdirigent und u.a. Chefdirigent des „Sony Symphonic Wind Orchestra“ a.D., Ehrenpräsident der Japanese Band Directors Association und Asian Pacific Band Directors Association und Ehrenmitglied der All Japan Band Association. 

Zum „Abendsegen“ aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“ sowie zur „Japanese Folk Song Suite“ und zu „Alte Kameraden“ musizierten erneut zwei brillante Orchester der Höchststufe gemeinsam,  abwechselnd dirigiert von Toshio Akiyama und Ulrich Schmidt. So lieferten beide Orchester einen fulminanten Abschluss für ein großartiges Konzert, das mit Begeisterungsrufen und minutenlangem Standing Ovation geehrt wurde. Die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde zwischen den beiden Orchestern sollte zum Sinnbild des Internationalen Kulturaustauschs werden.

Ein weiteres großartiges Konzert fand am Tag darauf im Rahmen eines ganztägigen Konzertfestivals statt, dem Saitama International Band Festival 2015, zudem „Westfalen Winds“ von der Saitama Society of Music and Cultural Exchange (SSMIE) ebenfalls als Ehrengast eingeladen worden ist. Diese Ehre bildete zugleich den Abschluss des ersten Teils vom Internationalen Kulturaustausch zwischen Deutschland und Japan der ganz besonderen Art.

Noch am gleichen Abend nach dem Konzert stand der Rückflug an, der Abschied fiel vielleicht doch schwerer als gedacht. Festzuhalten bleibt, dass dieses Großprojekt wohl für jeden Einzelnen, aber auch für das Orchester als Ganzes und vor allem für die beiden Kulturen eine Bereicherung auf vielen verschiedenen Ebenen war. 2017 soll der von „Westfalen Winds“ initiierte Internationale Kulturaustausch vervollständigt werden, wenn die „Omiya Wind Symphony“ mit seinem Dirigenten Toshio Akiyama nach Deutschland zu Besuch kommt. Schon jetzt werden dafür interessierte Konzertveranstalter und Sponsoren gesucht.
Was im Land der aufgehenden Sonne wieder einmal auf wunderbare Weise deutlich werden konnte, ist, dass Musik ganz praktisch räumliche und kulturelle Differenzen zu überbrücken vermag und als echte, universelle Sprache Menschen verbindet. In diesen Zeiten der Flucht und Angst ein schöner Gedanke.

Weitere Informationen auf www.westfalen-winds.de oder auf www.facebook.com/westfalenwinds
 

Ergreifende Klänge auf Höchstniveau von Westfalen Winds

19.02.2016

Schmallenberg - Das außergewöhnliche Projektorchester Westfalen Winds gastierte an Allerheiligen in Bad Fredeburg mit seinem traditionellen „KlangKaffee“-Konzert im vollbesetzten Konzertsaal des Musikbildungszentrums Südwestfalen vor gut 200 Zuhörern. 


Eröffnet wurde der sowohl klangreiche als auch wohlschmeckende Nachmittag mit dem ersten Satz von Ernst Tochs „Spiel für Blasorchester“. Ein modernes und zugleich buffoneskes Stück, das als tänzelnde Weise aus dem frühen 20. Jahrhundert für einen frohlockenden Einstieg sorgte.
Das darauffolgende Werk „The Speech of Angels“ von Stephen Melillo schuf eine wohlklingende wie mystische Atmosphäre, in dem sich unterhaltsame Programmmusik, filmmusikalische Einflüsse und neue Klangkonzepte für sinfonisches Blasorchester vereinen. Durch sanfte Flötenklänge und einem solistischen Horn zu Beginn des Stücks wurde an Allerheiligen der Himmel auf Erden quasi zu Gehör gebracht, bevor der Kampf zwischen Gut und Böse brillant vom Orchester in Szene gesetzt wurde.


Vor der Pause wurden noch die Schlagzeuger von Westfalen Winds im „Concertino for four Percussions and Wind Ensemble“ von David Gillingham zu Solisten. In diesem gewaltigen Stück führt das Schlagzeugregister als Protagonist durch das Werk, wohingegen das Orchester selbst den unterstützenden Auxiliarpart übernimmt. In der technisch sehr präzisen und klanglich unverwechselbaren Darbietung von Westfalen Winds könnte so Gillinghams Werk einen musikalischen Streitdialog mimen, der sich im Verlauf zunehmend in einen Kompromiss zwischen Solisten und Orchester auflöst.


„KlangKaffee“-Konzert bedeutet nicht nur Konzerte auf höchstem Niveau sondern ebenso leckerer, selbstgebackener Kuchen und aromatischer Kaffee. 2001 schuf der niederländische Dirigent der „Königlichen Harmonie Orpheus“, dem Partnerorchester von Westfalen Winds, Hardy Mertens ein Werk, das bereits heute allgemein als eines der größten Werke für sinfonisches Blasorchester gilt. In seinem Werk „Variazioni sinfoniche su ‚Non potho reposare‘“ werden die Zuhörer durch musikalische Diskrepanzen zwischen kammermusikalischen Passagen und monumentalen, fast schon Bruckner-haften Instrumentierungen auf eine imposante und bedeutungsvolle Reise mitgenommen, in der Heimat, das Heimweh und die Einsamkeit in der Fremde durch den Zwiespalt von differenzierter Rhythmik zu agogischer Ergriffenheit hervorragend vom westfälischen Orchester umschrieben wurde.
Der Beifallssturm und die mehrfachen "Bravo!"-Rufe zeugten von der erstklassigen Musik in einem atemberaubenden Konzert. Westfalen Winds wurde erst nach minutenlangem Standing Ovation und zweier weiterer Zugaben von den Zuhörern dankbar entlassen.
Dabei hielt die zweite Zugabe einen letzten Glanz- und zugleich wunderbaren Kontrapunkt bereit: Westfalen Winds verabschiedete sich ganz bedächtig mit einer vierstimmig filigran gesungenen Version des Chorals „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann-Sebastian Bach und formte zu Allerheiligen mit unbeschreiblicher Wärme einen krönenden und wundersam lauschigen Konzertabschluss.