Zystennieren

Wenn in der Niere ein von Flüssigkeit gefüllter Hohlraum auftritt, nennt man dies Nierenzysten. Oft kommt es vor, dass solche Zysten einzeln an einer der beiden Nieren auftreten. Solche einzelnen Zysten bereiten in den meisten Fällen kaum Beschwerden und sind gesundheitlich harmlos. Treten jedoch zahlreiche Zysten an einer oder sogar an beiden Nieren auf, nennt man dies Zystennieren. Diese führen in den meisten Fällen früher oder später zu einem Nierenversagen.

Zystennieren entstehen durch Veränderungen in den Genen. Diese Genveränderungen werden dominant vererbt. Der Begriff dominant meint dabei, dass es schon ausreichend ist, wenn entweder Mutter oder Vater Träger des entsprechenden Krankheitsgens sind. In diesem Fall ist dann das gemeinsame Kind auch automatisch Träger des Gens. Die Vererbung findet außerdem unabhängig vom Geschlecht des Kindes statt.

Unter 2000 Menschen tragen etwa ein bis fünf Personen die Genveränderung in sich. Je nach Ausprägung der Krankheit sind die ersten Krankheitsanzeichen meistens zwischen dem 20. Und 40. Lebensjahr zu erkennen. Häufig zeigen sich die ersten Symptome in Form von blutigem Urin, Rückenschmerzen, Nierensteinleiden, Harnwegsinfektionen, Bluthochdruck sowie plötzliche und massive Kopfschmerzen.

Wie sieht die Behandlung von Zystennieren aus?

Der Harn fließt innerhalb der Niere durch die sogenannten Nierenröhrchen. Wenn es innerhalb dieser Röhrchen zu einer Störung kommt, können Zysten entstehen. Aber auch andere Organe können betroffen sein. So bilden sich bei vielen Erkrankten auch Zysten in der Leber oder Bauchspeicheldrüse. In einigen Fällen bilden sich auch zusätzlich Gefäßerweiterungen in den Gehirngefäßen, welche Aneurysmen genannt werden. Aufgrund der durch Flüssigkeit gefüllten Hohlräume in den Nieren, kommt es in vielen Fällen zu einer Vergrößerung der Nieren.

Bei der Diagnosestellung spielt die Untersuchung des Urins eine herausragende Rolle. Auffällige Befunde sind hierbei rote Blutkörperchen und Eiweiß im Urin. Die Konzentration des Urins ist außerdem geringer als im Normalfall. Typisch für Zystennieren ist eine Verschlechterung der Nierenfunktion. Die Größe der Nieren kann der Arzt durch Ultraschall untersuchen und dabei auch eventuell einzelne Zysten erkennen. War die Erkrankung schon bei Verwandtenbekannt, ist die Diagnose sehr sicher. Es dies nicht der Fall so ist weiteres Diagnosekriterium, dass schon mehrere Zysten im Jugendalter auftraten.

Eine ursächliche Therapie von Zystennieren ist nicht möglich. Besonders wichtig ist jedoch die Behandlung des Bluthochdrucks, der durch die Zystennieren entsteht. Denn ein erhöhter Blutdruck schädigt die Niere weiter und kann somit den Verlauf der Erkrankung verschlechtern. Außerdem ist es wichtig Harnwegsinfekte zu behandeln. Kommt es schließlich zum Nierenversagen ist eine Blutwäsche in regelmäßigen Abständen, eine Dialyse, notwendig. Eventuell ist auch eine Nierentransplantation eine Option. Für eine genaue und umfangreiche Beratung sollte jedoch der individuelle Arzt des Vertrauens konsultiert werden.