Zyste im Kiefer / Kieferzyste

Bei einer Zyste (lat. Cystis) handelt es sich im Allgemeinen um eine mit breiigem oder flüssigem Inhalt gefüllte Verkapselung im Gewebe. Diese Zysten können prinzipiell überall im Körper auftreten, so beispielsweise in verschiedenen Organen oder in der Haut.

Die Ursache einer Zyste im Kiefer ist nicht immer klar zu definieren. Das Krankheitsbild lässt sich jedoch in zwei unterschiedliche Typen gliedern:
Follikuläre Kieferzyste
Diese Erkrankungsform entsteht durch fehlentwickeltes Zahngewebe, häufig um einen am Durchbruch in die Mundhöhle gehinderten Zahn wie z.B. den Weisheitszähnen oder überzähligen anderen Zähnen. Falls eine follikuläre Zyste im Kiefer entstanden ist, ist diese meist mit einem gelblichen Brei oder Flüssigkeit gefüllt.  
Radikuläre Kieferzyste
Die radiukläre Kieferzyste ist die häufigste Form einer Zyste beim Menschen. Sie entstehen inflammatorisch (entzündungsbedingt) und finden sich, wie die follikulären Kieferzysten auch, meist im Ober- oder Unterkiefer. Die Erkrankung kann womöglich auch als Folge einer Wurzelspitzenentzündung auftreten.

In der Regel verursachen Kieferzysten keine Symptome, sie können jedoch nach und nach größer werden, Druck auf umliegendes Gewebe ausüben und somit nach einiger Zeit Beschwerden verursachen. Diese Beschwerden können sich beispielsweise als Zahnschmerzen oder ein Taubheitsgefühl im Mund bzw. an den Zähnen äußern.
Dadurch dass diese Zysten in den meisten Fällen überhaupt keine Beschwerden verursachen, nur langsam und wenig aggressiv wachsen, werden sie oft per Zufallsdiagnose z.B. in einem Röntgenbild beim Zahnarzt entdeckt. Es kann sinnvoll sein eine entdeckte Zyste, auch ohne Beschwerden, genauer durch sogenannte „bildgebende Verfahren“ wie der Computertomografie oder eine Ultraschalluntersuchung abklären zu lassen, um andere Erkrankungen sicher ausschließen zu können.

Behandlung und Prävention

Die Behandlung einer oder mehrere Kieferzysten erfolgt üblicherweise operativ. Dabei wird die Zyste aus dem Kiefer operiert, oder durch eine sogenannte Zystostomie nur angeschnitten, damit der eingekapselte Inhalt ablaufen kann und somit die Zyste verschwindet. Dieser Eingriff erfolgt ambulant durch einen Kieferchirurgen, der nach lokaler Betäubung die eben beschriebene Operation durchführt. Insbesondere bei älteren Menschen oder Menschen die bereits unter schwerwiegenden Grunderkrankungen leiden, bietet sich als Behandlungsmethode eher die Zystostomie an.

Falls Sie von einer solchen Erkrankung betroffen sind, bieten sich leider keine weiteren Behandlungsmethoden oder gar eine alternative Therapie an.
Eine womöglich heilungsfördernde Möglichkeit ist neben der Unterstützung des Immunsystems durch eine gesunde Ernährung und das Konsumieren von Kamillen-, Ingwer- und Pfefferminztee das sog. „Ölziehen“.
Hierbei sollten Sie jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen (ohne vorher etwas anderes in den Mund zu lassen) einen Esslöffel hochwertiges und biologisch angebautes Kokos-, Sonnenblumen-, oder Sesamöl in den Mund nehmen und 15 bis 20 Minuten hin und her spülen. Nachdem Sie das Öl im Mund behalten haben können Sie es in ein Papiertuch spucken und im Müll entsorgen. Danach putzen Sie am besten gründlich Ihre Zähne. Versuchen Sie diese Methode im Idealfall mehrere Wochen anzuwenden.
Dieses „Ölziehen“ soll  angeblich desinfizierend und anti-inflammatorisch (antientzündlich) im Mundraum wirken und Gifte auch tief aus dem Zahnfleisch beseitigen.  

Sie sollten mit Ihrem Arzt abklären ob eine beschwerdefreie und kleine Kieferzyste zwingend behandlungsbedürftig ist. Dabei kann es jedoch wie bereits erwähnt über längere Zeit zu einer Vergrößerung und damit zu neuen Beschwerden kommen oder im schlimmsten Falle zu Schäden des Kieferknochens kommen. Das Mittel der Wahl bleibt im Zweifelsfall die Operation.

Wie bei allen anderen Erkrankungen auch bietet es sich an präventiv Ihr körpereigenes Immunsystem und die damit verbundenen Selbstheilungs- und Regulationsmechanismen anzukurbeln.
Dies sollte vor allem in Form von ausreichendem Obst- und Gemüsekonsum sowie anderen nährstoffhaltigen Lebensmitteln geschehen. Ausreichend Bewegung und die Vermeidung von gesundheitsgefährdenden Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol oder andere Drogen sollten Sie selbstverständlich auch berücksichtigen.