Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)

Das Zwölffingerdarmgeschwür, in der medizinischen Terminologie auch Ulcus duodeni genannt, bezeichnet einen Defekt der Schleimhaut des Duodenum (erster Darmabschnitt am „Ausgang“ des Magens) in Form eines Geschwürs.

Ursachen

Eine häufige Ursache für ein Zwölffingerdarmgeschwür ist eine Schädigung der Magenschleimhaut durch eine zu hohe Produktion an Magensäure. Eine sehr alkalische (basischer pH-Wert) Schicht des Schleims schützt die Magenschleimhaut vor der aggressiven Magensäure und dadurch vor etwaigen Schäden. Falls jedoch die Magenschleimhaut bereits geschädigt ist, möglicherweise durch eine ausgeprägte Gastritis (Magenschleimhautentzündung), kann die Magensäure weitere Schäden anrichten da sie nicht ausreichend neutralisiert werden kann.

Ein weiterer Grund für die Entstehung eines Zwölffingerdarmgeschwürs kann die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter Pylori sein (bei 90 bis 99 Prozent aller Erkrankungsfälle nachweisbar!), welches darüber hinaus auch sehr häufig für eine Gastritis verantwortlich ist.

Ungefähr die Hälfte aller Menschen trägt angeblich das Bakterium Helicobacter Pylori in sich, doch längst nicht jeder entwickelt deshalb pathologische (krankhafte) Veränderungen des Gastrointestinaltraktes (Magen-Darm-Trakt). Das Bakterium vermag im sauren Umfeld des Magens zu überleben und nistet sich dort in die Magenschleimhaut ein. Dort sorgt es, in manchen Fällen, für eine Schädigung der bereits genannten schützenden Schleimschicht, wodurch sich im Magen wie auch im Zwölffingerdarm Geschwüre bilden können.

Zahlreiche Medikamente, vor allem mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (vorkommend in zahlreichen Schmerzmittel) oder Kortison, können  die Entstehung eines Ulcus duodeni begünstigen.
Weiterhin werden erbliche Veranlagung sowie der Einfluss von allgemein Magen- und gesundheitsschädigenden Faktoren wie Rauchen, eine falsche Ernährung oder Alkohol als Ursache verantwortlich gemacht.

Symptome

Die Symptome eines Zwölffingerdarmgeschwürs zeigen sich meist so:

  • Schmerzen im Oberbauch (vor allem nachts oder ohne Nahrung im Magen)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Saures Aufstoßen
  • Ggf. Blähungen

Da diese Symptomatik sehr uncharakteristisch ist, prinzipiell also auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten kann, sollten Sie in jedem Fall bei diesen Beschwerden eine gründliche Untersuchung durch Ihren Arzt vornehmen lassen.

Behandlung und Prävention

Die Behandlung der Erkrankung erfolgt in der Regel durch die Vermeidung von Reizen wie Alkohol, Tabak oder säurefördernde sowie schwerverdauliche Ernährung. Spezielle Diäten und Protonenpumpenhemmer (zur Verringerung der Magensäure Produktion) können zusätzlich Linderung verschaffen. Falls Sie positiv auf Helicobacter Pylori getestet wurden, können diverse Antibiotika wie Metronidazol, Clarithromycin oder Amoxicillin zum Einsatz kommen. Falls diese konventionellen Therapieansätzen nicht anschlagen sollten, kann selten vielleicht auch eine Operation notwendig werden.

Alternativ haben Sie die Möglichkeit gezielte natürliche Behandlungsmethoden anzuwenden um die Erkrankung zu bekämpfen.

Hier hat in erster Linie die langfristige Wiederherstellung der natürlichen körperlichen Regulation Vorrang. Das bedeutet konkret dass Sie eventuell Ihre Lebensweise umgestalten sollten, da Sie durch Verzicht auf industriell verarbeitete Lebensmittel, Alkohol, Tabak oder andere Drogen das Risiko für ein Zwölffingerdarmgeschwür erheblich senken. Sehr fette Speisen, Zucker oder prinzipiell denaturierte Lebensmittel (z.B. durch zahlreiche Zusatzstoffe) belasten Ihren Verdauungstrakt unnötig und regen den Magen zur vermehrten Säureproduktion an.

Um ständigem Sodbrennen als Mitverursacher der Erkrankung entgegenzuwirken, können Sie  auf die regelmäßige Einnahme von Heilerde zurückgreifen und lindernde Tees wie Kamille zu sich nehmen. Weisskohl (als Saft oder roh), Brokkoli, Knoblauch, Honig oder Cranberry Saft sollen außerdem angeblich antibakteriell auf Helicobacter Pylori wirken.

Damit sich ein Zwölffingerdarmgeschwür vielleicht gar nicht erst entwickelt können Sie präventiv handeln: Eine gesunde Ernährung in der stark verarbeitete und mit Zusatzstoffen belastete Lebensmittel vermieden, sowie magenreizende Speisen reduziert werden, kann das Erkrankungsrisiko senken.  
Eine allgemein gesundheitsfördernde und immunstärkende Lebensweise mit reichhaltigen Lebensmitteln, viel Obst, Gemüse und Bewegung vermag zusätzlich die Erkrankungschance eines Ulcus duodeni und zahlreichen anderen Erkrankungen zu senken.