Zahnfleischentzündung – was Sie wissen sollten

Immer wieder blutet das Zahnfleisch beim Zähneputzen, der Zahnpastaschaum verfärbt sich rot – wenn dieses Geschehen Ihnen bekannt ist, könnten Sie an einer Zahnfleischentzündung leiden. Doch was genau ist das eigentlich?

Eine Zahnfleischentzündung oder Gingivitis ist eine Entzündung des Zahnfleisches, die meistens von Bakterien verursacht wird. Der Unterschied zur Parodontitis liegt darin, dass keine tiefer gelegenen Gewebe des Zahnhalteapparates betroffen sind. Doch Vorsicht: eine unbehandelte Gingivitis kann zu einer Parodontitis führen.

Hier lohnt sich ein prüfender Blick auf Farbe und Konsistenz des eigenen Zahnfleisches. Während gesundes Zahnfleisch blass-rosa ist und sich den Zähnen flach anlegt, ist entzündetes Zahnfleisch gerötet, geschwollen und blutet oft. Schmerzen beim Zähneputzen oder beim herzhaften Biss in ein hartes Stück Obst können ebenfalls auftreten – auch spontan. Zudem kann eine länger andauernde Gingivitis unangenehmen Mundgeruch verursachen.

Bei starken Rauchern kann das Bluten allerdings ausbleiben, da einige Substanzen im Zigarettenrauch die Durchblutung des Zahnfleisches verringern. Dies ist besonders tückisch, da das Hauptsymptom fehlt und eine Gingivitis schnell übersehen wird.

Wenn Sie befürchten, an einer Zahnfleischentzündung zu leiden, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen. Dieser kann eine Gingivitis schnell und einfach diagnostizieren und gegen andere Krankheiten im Mundraum abgrenzen.

Eine gute Mundhygiene ist die beste Prävention

Ursächlich für eine schmerzhafte Zahnfleischentzündung sind meist Bakterien. Regelmäßiges und gründliches Zähneputzen verhindert eine starke Vermehrung dieser Erreger. Um Ihre Zähne und Zahnfleisch gesund zu halten, sollten Sie mindestens zwei mal täglich Ihre Zähne gründlich mit einer Zahnbürste reinigen und die Zwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalraumbürsten pflegen. Die Pflege der Zwischenräume ist besonders wichtig, da sich hier leicht Speisereste absetzen und den Nährboden für Bakterien bilden können. Abschließend kann eine Mundspüllösung mit antibakteriellen Inhaltsstoffen benutzt werden.

Zwei mal jährlich sollten Sie Ihren Zahnarzt zur Kontrolluntersuchung aufsuchen. Dieser bemerkt bereits die ersten Symptome einer sich anbahnenden Gingivitis und kann Sie so rechtzeitig behandeln und vor einem Ausbruch der Krankheit schützen. Auch die Investition in eine professionelle Zahnreinigung lohnt sich. Dabei werden Ihre Zähne von Plaque und Zahnstein entfernt, die Oberflächen der Zähne geglättet und poliert und somit die erneute Anhaftung von Plaque und daraus folgende Bakterienbesiedlung erschwert. Einige Krankenkassen übernehmen diese Prophylaxe zum Teil, es lohnt sich also bei Ihrer Krankenkasse nachzufragen.

Ein erhöhtes Risiko, an Gingivitis zu erkranken, haben schwangere Frauen, Diabetiker, Raucher und immungeschwächte Patienten, die zum Beispiel an HIV leiden oder nach einer Organtransplantation Medikamente zur Immunsuppression einnehmen müssen. Einige Arzneistoffe wie Blutdrucksenker oder Antiepileptika können ebenfalls eine Zahnfleischentzündung auslösen. Wenn Sie also seit der Einnahme eines bestimmten Medikamentes unter vermehrtem Zahnfleischbluten leiden, sollten Sie Ihren Arzt oder Zahnarzt um Rat fragen.