Zöliakie

Allgemeines

Die Zöliakie, auch Glutensensitive Enteropathie oder einheimische Sprue genannt, ist eine Erkrankung, die durch eine Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß (sog. Gluten) von Getreide ausgelöst wird. Die Zöliakie ist immunologisch vermittelt und kann gehäuft mit anderen Krankheiten wie Typ 1 Diabetes oder Autoimmunerkrankungen (z.B. Schilddrüsenentzündung) auftreten.
In Deutschland sind Frauen etwas häufiger betroffen als Männer. Insgesamt leiden 0,5 – 1 % der Bevölkerung an Zöliakie, wobei ein Altersgipfel im Säuglingsalter und der Zweite im 4. Lebensjahrzent liegt.

Ursache

Sog. Prolamine (Getreideproteine, wie z.B. Gliadin) des Glutens führen zu Autoantikörperbildung, welche wiederum die Dünndarmschleimhaut schädigen. Bei erkrankten Personen besteht häufig eine genetische Disposition für diese Erkrankung.

Symptome

Typischerweise treten bei der Zöliakie nahrungsabhängige Durchfälle mit Gewichtsverlust auf. Im Säuglings- und Kindesalter können außerdem Gedeihstörungen der Kinder vorliegen, da wichtige Nährstoffe evtl. nicht aufgenommen werden können.
Jedoch können diese Symptome auch fehlen und somit atypische Verläufe vorliegen. Diese sind gekennzeichnet durch herpesartige Bläschen v.a. an den Streckseiten der Arme und Beine, sowie durch eine Blutarmut durch Eisenmangel (sog. Eisenmangelanämie). Auch eine Osteoporose oder Entzündungen der Gelenke (sog. Arthritis) können erste Zeichen einer Zöliakie sein.

Leiden Sie oder eines Ihrer Kinder an solchen Symptomen ist eine Vorstellung beim Arzt für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin sinnvoll.

Diagnose

Nachdem der Arzt Ihre Anamnese mit Ihnen erhoben hat, werden einige Tests durchgeführt. Durch eine Blutabnahme können die Antikörper gegen Enzyme (sog. Transglutaminase 2) und Bindegewebsschicht (Endomysium) nachgewiesen werden. Da jedoch bei der Zöliakie in ca. 5% ein Mangel an bestimmten Antikörperklassen (Immunglobulin A) vorkommen kann, ist es möglich, dass diese Tests versagen. In diesem Fall müssen andere Antikörper bestimmt werden (Immunglobulin G).
Nach den ESPGHAN-Kriterien (European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology an Nutrition) kann muss für die Diagnose einer Zöliakie eine Biopsie von Dünndarm vorgenommen werden. Dabei wird ein kleiner Teil Ihrer Dünndarmwand mit einer Darmspiegelung entfernt und untersucht. Ein weiteres Kriterium ist die Besserung der Symptomatik bei glutenfreier Diät.

Therapie

Sollten Sie an Zöliakie leiden, ist eine lebenslange glutenfreie Diät notwendig. Zu den glutenfreien Lebensmitteln zählen z.B. Kartoffeln, Reis, Mais und Hirse. Meiden sollten Sie hingegen beispielsweise Produkte aus Weizen, Gerste, Roggen oder Dinkel. Bei sekundärem Laktasemangel (s. Komplikationen) ist auch ein Vermeiden von Milchprodukten ratsam. Sollten Vitamine oder Mineralstoffe fehlen ist es ebenfalls sinnvoll, dass Ihnen diese substituiert werden.

Komplikationen

Als Folge der Zöliakie kann es zu einem Mangel an Laktase kommen (Enzym zur Spaltung des Milchzuckers), der nach Aufnahme von Milchprodukten zu ähnlichen Symptomen wie bei der Zöliakie führt.
Sehr selten kann im Langzeitverlauf ein Lymphom des Dünndarms auftreten. Das Risiko kann jedoch durch die optimale Therapie vermindert werden.

[1] [2]

 

Quellen

[1]    Gerd Herold et al: Innere Medizin. 2013, Seite 471
[2]    De Gruyter Verlag, Pschyrembel – Klinisches Wörterbuch, 2011, Stichwort „Zöliakie“