Verstopfung - Obstipation

Die Häufigkeit der Darmentleerung ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Als Orientierung gilt ein Minimum von drei Darmentleerungen pro Woche. Wenn der Darm über drei Monate oder mehr hinweg weniger als dreimal pro Woche entleert wurde, kann von einer Verstopfung (Obstipation) ausgegangen werden. Dabei ist zudem auch der Stuhl meist sehr fest, sodass ein starker Pressdruck notwendig ist. Auch geht eine Verstopfung in den meisten Fällen mit dem Gefühl einer unvollständigen Entleerung einher. Bei einer solch chronischen Verstopfung führt oft nur die Verwendung von Abführmitteln zum gewünschten Erfolg. Im Falle einer akuten Obstipation hingegen kommt es zu einem eher plötzlichen Versagen des Darmes.

Bei einer chronischen Verstopfung werden drei verschiedene Arten unterschieden: die funktionelle Verstopfung, Entleerungsstörungen im Bereich des Enddarms sowie ein langsamer Transport.

Etwa ein Drittel aller Deutschen haben den Eindruck, verstopft zu sein. Frauen sind hiervon häufiger belastet als Männer. Deshalb greifen viele zu Abführmitteln als erste Lösung des Problems. Vorübergehend ist diese Methode auch sinnvoll, bei längerem Gebrauch jedoch kontraproduktiv, denn die Ansprechbarkeit des Darms auf Füllungsreize lässt so mit der Zeit nach und es kann zudem zum Kaliummangel kommen. Woraus sich erneut eine Verstopfung entwickeln kann. Ärzte nennen dies eine Pseudoobstipation, weil sie sich erst durch den Abführmittelmissbrauch entwickelt. Eine bessere Lösung als der Missbrauch von Abführmitteln wäre es, den Versuch zu machen, ohne Abführmittel auszukommen und den eigenen Lebensstil darmfreundlicher zu gestalten. Ob zudem auch noch andere Maßnahmen notwendig sind, entscheidet am besten der Arzt. Hier lautet die Regel, dass Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, die sich nicht binnen kurzem von selbst wieder legen, immer abgeklärt werden sollten.

Die Behandlung der Obstipation ist von der Ursache abhängig. Behandlungen reichen von operativen Einsätzen bis hinzu medikamentösen Therapien, Entleerungshilfen oder auch psychologischen Behandlungen. Die Medikamente enthalten verschiedene Abführmittel und sind unbedingt nach ärztlicher Anweisung einzunehmen. Eine hohe Bedeutung hat auch die Einführung eines darmfreundlicheren Lebensstils.

Wie kommt es zu einer akuten Verstopfung?

Als Folge einer Darmentzündung, einer Durchblutungsstörung oder Operation können sich narbige Verengungen am Darm bilden. Diese Verengungen können dann zum Hindernis werden. Weitere Blockaden können auch im Darm selbst entstandene Steine oder Fremdkörper sein. Die Ursachen einer akuten Darmverstopfung sind sehr vielseitig und können bis hin zu einem Darmverschluss führen.

In solchen Notfallsituationen ist eine sofortige Behandlung in einer Klinik unabdingbar. Wichtige Symptome sind hierfür Bauchschmerzen, heftige Darmgeräusche, Übelkeit, langandauernde Blähung und auch Erbrechen. Als lebensbedrohliche Komplikation droht in solch akuten Fällen eine Darmlähmung mit Durchbruch des Darmes und auch Bauchfellentzündungen.