Tremor - Muskelzittern

Zittern (medizinisch auch Tremor genannt) kann ein Zeichen der Aufregung, Erkältung oder Übermüdung sein. Es kann aber auch ein Vorbote oder ein Symptom einer schwerwiegenden Erkrankung sein. Zu diesen zählen beispielsweise die Parkinson-Krankheit oder Schilddrüsenstörungen. Es ist wichtig, dass Sie das öfter auftretende Zittern ernst nehmen und sich den ärztlichen Rat dazu holen.

Wann ist Zittern harmlos und wann sollen Sie einen Arzt aufsuchen

Das jedem bekannte Zittern ist das sogenannte physiologische Zittern. Es ist ein normaler Vorgang in unserem Körper und passiert ständig. Bewusst wahrgenommen wird es z.B.: bei Kälte, Angst oder Erschöpfung. In diesem Fall ist das Zittern harmlos und vergeht sobald der Körper wieder warm oder ausgeruht ist, bzw. wenn kein Grund mehr zur Angst besteht. In verstärkter Form kann dieser Tremor auch als Nebenwirkung von verschiedenen Medikamenten auftreten. Zu diesen zählen vor allem Antidepressiva, Lithium, Neuroleptika, einige Zytostatika (Krebsmittel), Immunsuppressiva (Immunsystem unterdrückende Medikamente, die beispielsweise bei Asthma- oder Allergienbehandlung eingesetzt werden). In diesem Fall entscheidet der Arzt über einen möglichen Medikamentenwechsel. Auch bei Vergiftungen, wie z.B.: bei Alkoholvergiftung aber auch bei Alkohol- oder Drogenentzug tritt Tremor häufig auf. Andere mögliche Ursachen sind innere Erkrankungen, wie Überfunktion der Schilddrüse, Unterzuckerung, Vitamin-B12-Mangel oder Niereninsuffizienz. Um diese Ursachen festzustellen ist eine umfangreiche medizinische Untersuchung notwendig.

Außer dem physiologischen bzw. verstärkten physiologischen Zittern gibt es noch viele anderen Arten des Tremors. Ein Ruhetremor setzt dann ein, wenn der Körperteil nicht durch Bewegung oder Anhalten gegen die Schwerkraft beansprucht wird. Diese Art von Tremor ist eine der typischen Symptome der Parkinson-Krankheit, kann jedoch auch durch manche Medikamente und andere Störungen hervorruft werden. Der Gegensatz dazu ist der Aktionstremor. Dieser wird in mehrere Arten unterteilt. Der Bewegungstremor tritt ein, wenn eine Körperregion bewegt wird. Beim Intentionstremor wird das Zittern immer stärker, je näher das Ziel der Bewegung ist (beispielsweise, je mehr sich die Hand dem Wasserglas nähert). Häufig tritt dieses Zittern als ein Symptom der multiplen Sklerose, aber auch beim Alkoholmissbrauch oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auf. Der Haltetremor tritt ein, wenn eine Last gehalten werden soll (z.B.: wenn das Wasserglas länger in der Hand gehalten wird). Dieser Tremor tritt meistens bei Muskelerschöpfung oder Angst auf. Es kann aber auch ein Zeichen von Vergiftung und Nieren- oder Lebererkrankungen sein.

Außerdem kann Zittern durch eine Schädigung des zentralen Nervensystems, wie z.B. nach einem Schlaganfall auftreten. Bei psychischen Störungen kommt es zum Zittern z.B. als eine Reaktion auf bestimmte, mit Angst verbundene Tätigkeit (wie das Zittern der Hand beim Schreibversuch in der Öffentlichkeit), bei einer Panikattacke oder in Form der sogenannten Ticks.

Sollen Sie bei sich auffälliges Zittern beobachten, lassen Sie sich durch einen Hausarzt oder Neurologen beraten. Wenn während der Befragung ein Anhaltspunkt für eine Erkrankung als Ursache des Zitterns vermutet werden kann, wird der Arzt weitere diagnostische Verfahren in Anspruch nehmen. Somit kann Ihr Zittern entweder als harmlos enttarnt werden oder Sie können durch frühe Behandlungsmaßnahmen den Ausbruch einer Erkrankung verhindern oder ihren Verlauf mildern.