Schilddrüsenunterfunktion

Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Verstopfungen und sogar Depressionen -  all das können Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sein. Die Schilddrüse liegt im Hals, direkt unter dem Kehlkopf, und produziert zwei wichtige Hormone: Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Diese Hormone werden ins Blut gegeben und regen den Kreislauf an, indem sie beispielsweise dafür sorgen, dass sich Zellen schneller teilen und Proteine schneller auf- und abgebaut werden. Alle Reaktionen im Körper laufen schneller ab. Auch die Temperaturregulation ist eine wichtige Aufgabe der Schilddrüsenhormone.

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) produziert die Drüse aus verschiedenen Gründen zu wenig dieser Hormone, was sich neben den eingangs genannten Symptomen auch in Form einer rauen Haut und einer Kälteempfindlichkeit äußert.

Einerseits kann eine Schilddrüsenunterfunktion angeboren sein. In solchen Fällen ist es besonders wichtig, diesen Zustand schnell festzustellen und eine frühe Behandlung zu starten, da die Schilddrüsenhormone auch in der körperlichen und geistigen Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen. Bleibt die angeborene Hypothyreose unbehandelt, werden die Kinder Knochenfehlbildungen entwickeln und geistig behindert bleiben (Kretinismus). Aus diesem Grund gehört die Überprüfung der Schilddrüsenfunktion heutzutage zum Neugeborenen-Screening.

Andererseits kann die Regulation der Schilddrüse gestört sein: Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert das Hormon TSH, wenn der Körper das Signal gibt, dass mehr Schilddrüsenhormone benötigt werden. TSH bindet an die Zellen der Schilddrüse und sorgt dafür, dass diese mehr T3 und T4 produzieren und ins Blut geben. Ist nun die Hypophyse aus irgendeinem Grund nicht mehr funktionsfähig, fehlt der Schilddrüse das Signal, die Hormone zu produzieren, wodurch eine Hypothyreose entsteht.

Weitere Gründe für eine Hypothyreose können körpereigene Antikörper gegen die Zellen der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoditis), eine Bestrahlung der Schilddrüse wegen eines Tumors, eine Radiojodtherapie oder ein Jod-Mangel sein. Da T3 und T4 auf der Grundlage von Jod hergestellt werden, fehlt in diesem Fall ein Baustein.

Diagnose und Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion

Um einen Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion zu bestätigen, ist eine Blutuntersuchung ein entscheidender Aspekt. Vor allem der TSH-Wert ist hier von entscheidender Bedeutung. Außerdem stellen die Ultraschalluntersuchung und die Szintigrafie der Schilddrüse wichtige Maßnahmen dar. Bei der Szintigrafie wird dem Patienten eine radioaktive Substanz gespritzt, die sich in der Schilddrüse anreichert. Je nach dem wie aktiv die Schilddrüse ist, nimmt sie mehr oder weniger dieser Substanz auf, was an einem Bildschirm beobachtet werden kann.

Da dem Körper bei der Hypothyreose die Schilddrüsenhormone T3 und T4 fehlen, werden diese Hormone zur Therapie der Erkrankung einfach in Tablettenform eingenommen. In den meisten Fällen wird lediglich Thyroxin (T4) verschrieben, weil der Körper genug T3 aus T4 herstellen kann. Um die richtige Dosis zu finden, wird das Medikament meist eingeschlichen, was bedeutet, dass die Dosis schrittweise erhöht wird, bis die Symptome ausreichend gelindert wurden. Zwar muss das Thyroxin, falls die Ursache der Erkrankung nicht behandelt werden kann, ein Leben lang eingenommen werden, allerdings ist bei gewissenhafter Einnahme ein ganz normales Leben möglich.