Heuschnupfen – allergischer Schnupfen

Jedes Jahr im Frühling beginnt die Leidenszeit der Pollenallergiker: Die Nase läuft, die Augen tränen, der Gaumen juckt. In Deutschland sind ca. 20 Millionen Menschen von Allergien betroffen.

Der Heuschnupfen – im medizinischen Fachjargon „allergische Rhinitis“ genannt – kann durch viele verschiedene Stoffe ausgelöst werden. Diese sogenannten Allergene können zum einen Tierhaare oder Hausstaubmilben sein, zum anderen lösen viele Baum- und Getreidepollen eine allergische Reaktion aus.

Schon im Januar blühen die Frühblüher Hasel und Erle, die Birke im März, die Gräser Pollen folgen im Mai.

Ist man allergisch gegen eine bestimmte Pollenart, so bewirkt der Kontakt damit im Körper eine Entzündungsreaktion. Diese führt dann dazu dass die Schleimhäute anschwellen, jucken und gerötet sind.

Eine Allergie sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Heuschnupfen wird oft begleitet durch Entzündungen der Bindehaut, der Nasennebenhöhlen oder des Mittelohres. In der Pollenzeit sind die Betroffenen in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt und anfälliger für Infektionen. Bleibt eine Allergie lange unbehandelt, kann sich als Komplikation ein Asthma bronchiale entwickeln.

Daher sollte man bei dem Verdacht an einer Allergie zu leiden auf jeden Fall einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder Hautarzt mit allergologischer Zusatz-Weiterbildung konsultieren. Dieser kann diagnostizieren auf welches spezielle Allergen Sie überempfindlich reagieren und eine auf Sie zugeschnittene Behandlung verschreiben.

Zur Diagnostik wird in den meisten Fällen ein Prick-Test durchgeführt: Hierbei werden verschiedene Allergene auf den Unterarm aufgetragen und nach einer kurzen Wartezeit wird die Hautreaktion begutachtet. Außerdem kann der Arzt Blut abnehmen um die Menge der Entzündungsmediatoren im Blut zu bestimmen.

Wie lässt sich Heuschnupfen behandeln?

Grundsätzlich sollten Allergiker versuchen, den Kontakt mit Blütenpollen möglichst gering zu halten. Pollenkalender verraten wann die Belastung besonders hoch ist. Passen Sie Ihre Urlaubsplanung daran an und genießen Sie eine pollenfreie Zeit am Meer oder in den Bergen.

Teppichboden in der Wohnung sollte häufig gereinigt werden oder durch Parkett oder Laminat ersetzt werden. Um zu verhindern dass die Pollen in die Wohnung gelangen, können Pollenschutzgitter an die Fenster angebracht werden. Diese sind günstig im Baumarkt erhältlich und einfach zu befestigen.

Besonders wichtig in der Pollensaison ist die Schlafhygiene: Die Haare sollten abends vor dem Zubettgehen gewaschen werden und Straßenkleidung sollte außerhalb des Schlafzimmers gelagert werden. Die Bettwäsche sollte möglichst häufig gewaschen werden.

Gegen die Symptome der allergischen Rhinitis stehen verschiedene Nasensprays und Tabletten zur Verfügung. Am häufigsten eingenommen werden Antihistaminika. Die meisten davon sind frei in der Apotheke erhältlich. Bei stärkeren Beschwerden kann Ihnen der Arzt auch Cortison haltige Mittel verschreiben. Vor der Einnahme von Medikamenten sollte immer eine Diagnosestellung durch einen Facharzt erfolgen!

Das Ziel einer Hyposensibilisierung ist es den Körper dauerhaft an ein Allergen zu gewöhnen. Diese Methode ist besonders erfolgreich bei früher Diagnosestellung und Allergie gegen nur eines oder wenige Allergene. Eine Hyposensibilisierung dauert ca. drei Jahre, während denen Sie in festen Zeitabständen eine kleine Menge des Allergens verabreicht bekommen. Dies kann entweder subkutan als Spritze oder Sub Lingual als Tropfen auf der Mundschleimhaut erfolgen.