Hepatitis - Wie sie entsteht und was Sie dagegen tun können

Die Leber ist eines der wichtigsten Stoffwechselorgane des Menschen und ist neben der Bildung von Gerinnungsfaktoren und diversen Proteinen auch für die Entgiftung zahlreicher Schadstoffe verantwortlich. Eine Hepatitis bezeichnet eine entzündliche Erkrankung der Leber, die unabhängig von ihrer Ursache im akuten Stadium meist ähnliche Symptome zeigt.
So leiden Patienten mit akuter Hepatitis in der Regel an unspezifischen Symptomen, wie Übelkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Erbrechen und Bauchschmerzen, insbesondere des rechten Oberbauchs. Darüber hinaus kann eine Hepatitis mit einem Ikterus (=Gelbfärbung der Haut) einhergehen oder einen chronischen, oft asymptomatischen Verlauf zeigen. Selten werden auch Auswirkungen auf andere Organsysteme, wie das Nervensystem, das Herz oder den Gelenkapparat beobachtet. Je nach Ausmaß der Erkrankung kann die Symptomatik der Hepatitis außerdem bis zum fulminanten Leberversagen reichen, das gegebenenfalls eine Lebertransplantation notwendig machen oder zum Tod führen kann.

Ursachen und Behandlung der Hepatitis

Die Hepatitis kann durch verschiedenste Ursachen ausgelöst werden, unter denen sich jedoch drei besonders häufige Gruppen finden: Virale Hepatitiden, alkoholische Steatohepatitiden (=ASH) und die sogenannte Gruppe der „nicht-alkoholischen Steatohepatitiden“ (=NASH). Andere Ursachen, wie eine autoimmune Genese, liegen in der Häufigkeit weit hinter diesen drei großen Gruppen. Wie oben beschrieben kann es in allen Fällen zu unspezifischen Erkrankungssymptomen kommen, wobei sich laborchemisch oft erhöhte Leberwerte zeigen.

Eine virale Hepatitis kann durch die Hepatitisviren A, B, C, D und E ausgelöst sein und zeigt je nach ursächlichem Virus einen unterschiedlichen Verlauf. Während die Hepatitis A keinerlei Chronifizierungstendenz zeigt, kommt es bei der unbehandelten Hepatitis C in 50-85% zur Chronifizierung mit Persistenz des Erregers. Maßnahmen, die Sie zu ihrem eigenen Schutz ergreifen können, hängen ebenfalls vom jeweiligen Virustyp ab. Gegen das Hepatitis A- und das Hepatitis B-Virus stehen Impfungen zur Verfügung. Letztere wird allen Menschen bereits im Rahmen der Grundimmunisierung empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis A hingegen sollte vor allem medizinischem Personal und Kanalarbeitern, Patienten mit chronischen Lebererkrankungen oder Personen, die eine Reise in tropische und subtropische Länder planen, empfohlen werden. Auch der Übertragungsweg spielt für den persönlichen Schutz eine große Rolle. Da die Hepatitis B in etwa 2/3 der Fälle sexuell übertragen wird, stellt der geschützte Geschlechtsverkehr eine wichtige Schutzmaßnahme dar. Bei der Hepatitis C stellt vor allem der i.v.-Drogenabusus, aber auch die sonstige Verwendung unsteriler Nadeln eine große Infektionsquelle dar. In Deutschland gelten außerdem Patienten die vor 1992 Bluttransfusionen erhalten haben als besonders Hepatitis C gefährdet, da hier ab diesem Datum die standardmäßige Testung der Konserven auf das Virus eingeführt wurde.

Der wichtigste Faktor zur Vermeidung sowie zu Behandlung der alkoholischen Steatohepatitis ist der strikte Verzicht auf Alkohol. Bei der nicht-alkoholischen Steatohepatitis können häufig ebenfalls auslösende Faktoren, wie Übergewicht, schlecht eingestellter Diabetes oder leberschädigende Medikamente ausgemacht werden, die einen wichtigen Angriffspunkt für die Therapie ergeben.

Grundsätzlich sollten Diagnostik und Behandlung möglichst früh bei spezialisierten Ärzten (=Hepatologen) erfolgen, da die Therapie komplex ist und ständig Neuerungen unterliegt. So haben beispielsweise die 2014 zugelassenen antiviralen Medikamente die Therapie der Hepatitis C maßgeblich verbessert. Hinweise auf eine Hepatitis können allerdings meist  schon durch einfache und schnelle Untersuchungen beim Hausarzt erreicht werden. Das frühe Erkennen einer reversiblen Leberschädigung, die oft symptomlos einer Hepatitis vorausgeht, ist zur Verhinderung einer Leberzirrhose (=Narbiger Umbau der geschädigten Leber) ein entscheidendes Kriterium. Bei Verdacht auf eine Hepatitis und bei Patienten aus Risikogruppen sollte daher eine frühzeitige Abklärung per körperlicher Untersuchung, Blutentnahme und/oder Ultraschall erfolgen.