Beine in Form - Gesunde Venen

Im Gegensatz zu den Arterien, die unser Blut vom Herzen in die einzelnen Körperpartien pumpen, transportieren die Venen dieses zurück. Dies geschieht oft in die entgegengesetzte Richtung der Schwerkraft, weshalb vor allem die Venen der Beine tagtäglich schwere Arbeit leisten. Die Beinmuskulatur, sowie die Venenklappen, welche dafür sorgen, dass das Blut nicht in die falsche Richtung zurückfließt, unterstützen diesen Prozess.

Aufgrund der starken Beanspruchung der Venen, sind zahlreiche Menschen von Venenleiden verschiedenster Art betroffen, welche sich von Krampfadern bis hin zu einer Thrombose entwickeln können.

Ein Fünftel bis ein Sechstel der deutschen Bevölkerung haben chronische Venenerkrankungen, weshalb bereits von einer Volkskrankheit gesprochen wird.

Eine Venenschwäche beginnt oftmals mit einer Dysfunktion  der Venenklappen. Dies führt dazu, dass das Blut nicht mehr ausreichend zum Herzen zurücktransportiert werden kann, sondern sich in den Füßen und Waden staut. Dadurch Flüssigkeit tritt in die angrenzenden Gewebepartien aus, was sich typischerweise in einem Anschwellen der Knöchel nach einem langen Arbeitstag äußert.

Bei einer längerfristigen Störung der Venenfunktion führt dies zu einer Unterversorgung der Haut mit wichtigen Nährstoffen, in welchem Falle von einer chronisch venösen Insuffizienz gesprochen wird.

Ursachen und Behandlung

Venenerkrankungen kommen mit zunehmendem Alter häufiger vor, ebenso gehören genetische Faktoren und Übergewicht zu den potenziellen Risikofaktoren. Auch mangelnde Bewegung, durch langes Sitzen oder auch Stehen verursacht, spielt eine große Rolle. Frauen sind im Schnitt etwas häufiger betroffen als Männer, was vor allem durch deren weicheres Bindegewebe zu erklären ist, das durch Schwangerschaften zusätzlich strapaziert wird.

Zu den ersten Symptomen einer Venenschwäche gehören meist Müdigkeitsgefühle und Schwellungen in den Beinen, die oft abends oder nach längerem Stehen oder Sitzen auftreten.

Ein weiteres Anzeichen sind die sogenannten Besenreiser. Dies sind winzige Venen, die, aufgrund ihrer Erweiterung von außen sichtbar sind. Sie betreffen meist nur einzelne Venen und verursachen keine Beschwerden.

In einem weiter fortgeschritten Stadium können sich Krampfadern bilden, welche auch größere und tieferliegende Venen betreffen. Krampfadern lösen eine Reihe von Beschwerden aus,  unter anderem deutlich hervortretende Venen, schmerzende Beine und in einigen Fällen Entzündungen der erweiterten Venen.

Durch die Stauung des Blutes können sich Blutgerinnsel bilden, welche die Vene komplett verschließen. Dies ist sehr schmerzhaft und führt zu Schwellungen und Rötungen.

Betrifft das Blutgerinnsel eine tiefliegende Vene, so wird dies als Thrombose bezeichnet.

Vorsicht ist geboten, wenn das Gerinnsel sich löst und durch die Venenstrombahn wandert. In diesem Fall besteht das Risiko einer akuten Lungenembolie.

Um die Gefahr einer Thrombose auszuschließen, sollte im Falle von Schmerzen und Schwellungen in den Beinen, sowie großen und schmerzenden Krampfadern der Rat eines Arztes eingeholt werden. Je nach den spezifischen Beschwerden kann dann eine angemessene Therapie eingeleitet werden, oftmals mit dem Ziel ein besseres Schließen der Venenklappen zu gewährleisten.

Hier hat sich die sogenannte Kompressionstherapie als wirkungsvoll erwiesen. Dabei werden Kompressionsstrümpfe getragen, die Druck auf das Gewebe ausüben und somit die Venen zusammenpressen. Dies unterstützt die Venenklappen und verringert Schwellungen in den Beinen.

Zudem existiert eine Reihe von Medikamenten, welche einerseits gegen Schwellungen wirken und andererseits ein Veröden der Venenwände von Krampfadern und Besenreisern auslösen, sodass diese nicht mehr durchblutet werden und nach und nach abgebaut werden (sog. Sklerosierung).

Außerdem können bestimmte Operation- und Lasertechniken angewandt werden, um Krampfadern zu entfernen.

Jede dieser Methoden hat Vor- und Nachtteile, welche mit einem Venenspezialisten abgewogen und geklärt werden sollten.

Auch vorbeugend existiert eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Venenleiden zu verhindern.

Viel Sport und Bewegung zählen du den Hauptfaktoren, die einer Venenschwäche entgegenwirken können. Langes Sitzen sollte vermieden werden, sondern immer durch Bewegung unterbrochen werden. Zu langes Stehen kann durch Entlastungen und Positionswechsel weniger belastend gemacht werden.

Auch Venengymnastik und Wechselduschen können das Risiko einer Venenerkrankung verringern.