Angststörungen

Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen unserer Zeit. Statistisch gesehen ist im Laufe des Lebens jeder Dritte davon betroffen. Aber was genau verbirgt sich unter dem Begriff? Ist Angst im gewissen Ausmaß auch sinnvoll? Ab wann wird die Angst krankhaft?

Ob durch die genetische Veranlagung oder durch die Erziehung haben verschiedene Menschen unterschiedliche Ausprägung an Ängstlichkeit. Was für den einen nicht viel ausmacht, empfindet ein anderer als Herausforderung. Solange die Angst unter Kontrolle bleibt, ist alles in Ordnung. Problematisch wird es dann, wenn die täglichen Aufgaben und die Lebensqualität dadurch beeinträchtigt werden.

Oft ist es ein schleichender Prozess – schwer einzuschätzen, ab welchem Moment die Angst die Oberhand gewann. So kann zum Beispiel eine Person, die Angst vom Verlassen des Hauses hat, eine Zeit lang mit ihrer Angst gut auskommen. Erst wenn der empfundene emotionale Belastung deutlich wird und die Betroffenen die Einsicht haben, dass ihre Angst übertrieben oder gar unvernünftig ist, wird in den Fachkreisen von einer Agoraphobie gesprochen.

In anderen Fällen kann die Angst auf einmal, so zu sagen aus dem Nichts, kommen. Dabei handelt es sich oft um eine Panikattacke. Diese tritt oft als Begleitsymptom bei anderen Störungen auf, kann aber auch als Panikstörung die Hauptdiagnose sein. Die Betroffenen erleiden abrupt eine intensive Angst mit schweren körperlichen Begleitsymptomen, wie Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern oder Schwindel.

Andere Angststörungen sind laut der Diagnosekriterien ICD-10 der WHO z.B. die soziale Phobie (Furcht im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen) und die so genannten spezifischen Phobien, die weiter hin nach dem genauen Objekt der Angst klassifiziert werden. Dazu gehört z.B.: Klaustrophobie (Furcht vor geschlossenen Räumen), Tierphobien (unter anderen die meistbekannte Arachnophobie – Angst vor Spinnen) oder die Höhenangst.

Therapie und Angststörungen

Mittlerweile verfügen Ärzte und Psychotherapeuten an einem breiten Spektrum von verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, die im Laufe von jahrelanger Erfahrung auf verschiedene Formen der Angst angepasst wurden und sich als erfolgreich bewährt haben. In manchen Fällen empfehlen Ärzte auch eine begleitende medikamentöse Behandlung, um den oft enorm starken Leidensdruck des Betroffenen schneller zu lindern und seine Lebensqualität zu erhöhen.  

Wenn Sie vermuten an einer Angststörung leiden, dann zögern Sie nicht unnötig. Lassen Sie sich von einem Arzt oder Psychotherapeuten zu verschiedenen Maßnahmen der Behandlung beraten.